Immer tiefer bzw höher, zieht sich die Straße in das Grenzgebirge zu Iran. Wir bekommen einen Eindruck, wie beschwerlich der Handel über die Seidenstraße in dieser Gegend gewesen sein muss, weil er das heute noch ist. Container über Container werden von Motoren, die teilweise bestimmt 60 Jahre alt sind Waren im Schneckentempo über die engen Serpentinen gezogen, die die Hauptverkehrsader zwischen Iran und Armenien darstellt. Weil andernfalls der Wendekreis nicht ausreicht, wechseln LKWs in den Kurven in der Regel auf die gegenüberliegende Straßenseite. Da die LKWs aufgrund der Steigung aber auch nicht anhalten können, bleibt dem entgegenkommendem Verkehr nichts anderes übrig, als ebenfalls die Straßenseite zu wechseln und dem LKW so auf der Kurveninnenseite auszuweichen. Diese nervenaufreibenden Fahrmanöver finden auf Straßen statt, wo gerade in den Kurven häufig der Straßenbelag ganz fehlt, sonst Schläglöcher den Weg säumen. Begegnen wir dem ersten Geisterfahrer noch geschockt mit Lichthupe, gewöhnen wir uns doch recht schnell an diese “Verkehrsordnung” und suchen uns an jeder Kurve einen Bereich, wo wir nicht aufsetzen oder über mehr als 30cm hohe Abbruchkanten fahren müssen, nachdem wir geschaut haben, dass uns weder rechts noch links was entgegenkommt. Das klingt gefährlich, ist es irgendwie auch, aber irgendwie funktioniert es auch, eben weil jeder aufpasst, keiner auf seinem Recht beharrt und man sich dann irgendwie arrangiert. Blind überholen ist in der Regel auch kein Problem, wird es mal zu knapp bremst der Gegenverkehr einfach und alle kommen aneinander vorbei..

Wir erreichen dann doch wieder einmal unbeschadet uns vorläufiges Ziel; das Kloster von Tatev, einst ein Zentrum für Kultur und Bildung in dieser Region. Auch wenn einiges davon in einem Erdbeben zerstört und nur dürftig wieder restauriert wurde, begeistern uns doch Architektur und Lage des Klosters.

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