Wir nähern uns wieder der Ostgrenze der Türkei, wo wir – wäre alles nach Plan gelaufen – schon Ende Oktober hatten sein wollen. Das erkennen wir auch an den Straßenschildern, die schon in Richtung “Iran” zeigen und uns etwas schmerzhaft an unsere ursprünglichen Reisepläne erinnern. Den Gedanken es anderen Reisenden, die wir treffen, gleichzutun und noch einen kurzen Abstecher zu machen verwerfen wir recht schnell wieder. Wir haben unser Glück bereits genug herausgefordert erinnert uns auch unser mittlerweile, regelmäßig komisch stotternde Motor unseres Ducatos.

Zudem hat die Gegend selbst noch viel zu bieten. Wir besichtigen den ehemaligen Vulkan Nemrut Dagi mit seinem imposanten Kratersee. Die Einladung eines Anwohners abends zum “Bear watching” da zu bleiben lehnen wir jedoch etwas wehmütig ab. Den Kot den wir später finden, sowie die Geschichten anderer Reisenden bestätigen uns jedoch, dass es sich dabei nicht um ein leeres Versprechen handelte. Etwas mulmig ist uns anschließend schon bei unserer Wanderung um den See, auf dem wie immer kaum begangenen Pfad. Wo würden sich diese riesigen Tiere tagsüber verstecken, wenn sie doch nachts im Krater sind und rings um den Berg eigentlich nur Steppe? Und von was ernähren sie sich? Unsere Fragen bleiben unbeantwortet wir treffen jedoch auch (zum Glück) kein Bären sondern nur ein paar behäbige Landschildkröten.

Wir wandern noch etwas auf verschiedenen Bergen um den Van See müssen schließlich jedoch unsere eigentlich noch geplante Besteigung des Mt. Süphan absagen, da unser Auto immer mehr Probleme macht. Am Hang nimmt er teilweise gar kein Gas mehr an bis wir den Motor neu starten. Weil wir so wohl kaum in den Kaukasus fahren können suchen wir in Van eine der zahlreichen Werkstätten auf. Der Mechaniker, scheint gleich zu wissen, was das Problem ist, leider aber wohl auch, was er von uns dafür verlangen kann. Wir zahlen zähneknirschend (obwohl es natürlich im Vergleich zu Deutschland immer noch recht billig ist) und lassen Service plus Reinigung des DPF vornehmen. Glücklicherweise scheint das das Problem bis zum Schreiben diesen Artikels tatsächlich behoben zu haben.

Da unser Türkei Visum so langsam ausläuft lassen wir etwas wehmütig Mt. Süphan sowie zahlreiche weitere interessante Berge hinter uns und fahren weiter nach Dogubayazit und den Mt. Arrarat.

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