Eigentlich wollten wir in Richtung Stepantsminda, Georgien weiterfahren und uns dort mit unserer “Seilschaft” zur Besteigung des Kazbek treffen. Benni, den wir in Aladaglar in der Türkei kennengelernt hatten, und Cindy waren jedoch noch anderweitig unterwegs und so entschieden wir uns spontan, anstatt nach Stepantsminda in Richtung Armenien weiterzufahren.

Der Grenzübergang ist recht unkompliziert und so erreichen wir zügig den Seewansee, an dem wir ein paar Tage verbringen wollen. Noch befinden wir uns etwas im Kulturschock. Der Wohlstandsverlust zu Georgien ist deutlich zu spüren und so entspricht Armenien in vielerlei Hinsicht dem, was man sich unter einem ehemaligen Sowjetstaat vorstellt. Wir sehen zahlreiche verlassene und verrostende Fabrikhallen und -gelände. Auf den, manchmal ganz an Straßenbelag mangelnden, häufig mit Schlaglöchern übersähten Straßen, begegnen uns Fahrzeuge, die in Europa locker Oldtimer-Status genießen würden, jedoch hier als normale Autos und LKWs gefahren werden. Die Stadt Seewan, die am Seewan-See ein beliebtes Urlaubsziel für, vor allem russische, Touristen darstellt und somit eigentlich wohlhabend sein sollte, besteht weitesgehend aus löchrigen Straßen und unverputzten Plattenbauten. Nur ab und zu werden diese von augenscheinlich neueren Hütten abgewechselt, in welchen dann auch einige nette Restaurants zu finden sind. Hier können wir die lokale Küche probieren, die sich wie schon in Georgien durch recht viel und auch gern mal zähes Fleisch mit viel Fett auszeichnet. Die Armenier selbst begnegnen uns dabei viel offener und freundlicher, als ihre grummeligen georgischen Nachbarn und so verbringen wir die ersten Tage, noch mit etwas gemischten Gefühlen, an einem tollen Stellplatz am Ufer des Seewansees, wo wir allerhöchstens von “Wildpferden” “gestört” werden.

One Reply to “2023-07-17 Seewan”

  1. Wunderschöne Landschaft, bes. die wilden Pferde sind beeindruckend! Meine liebe armenische Exschülerin, jetzt Organistin an der Karlskirche, fühlt sich sehr geehrt, dass ihr ihre Heimat kennenlernt. Freu mich, wenn ihr bald heil heimkommen werdet! Bussis!

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