Der Regen in den Bergen treibt uns nach Norden in Richtung Dilijan, eine für Tourismus bekannte Region Armeniens. Hier wollen wir einige der zahlreichen Wanderwege begehen, die wir online finden und die mit App, detallierten Beschreibungen und zahlreichen Wegweisern deutlich besser gepflegt zu sein scheinen als die sonstige Infrastruktur Armeniens. Neben Wäldern und Seen finden wir auch einige von Armeniens kulturellen Hauptattrakationen: Klöstern. Die werden hier von jung bis alt besucht, ja man könnte fast meinen mehr junge Menschen betend am Altar oder eine Kerze anzündend zu sehen als Ältere. Wie in den meisten Ländern, die wir auf unserer Reise besucht haben, spielt auch in Armenien Religion eine wichtige Rolle und so betritt und passiert kein Einheimischer eine Kappelle ohne sich mehrfach zu bekreuzigen oder die Eingangstüre zu berühren oder küssen. Klöster scheinen hier gerne ähnlich einer Pilgerfahrt mit der Schulklasse, Fußballmannschaft oder der Familie besucht zu werden und so ist dort immer was los. Für uns sind die Gotteshäuser schön, aber vergleichsweise schlicht. Manchmal auch eher unschön restauriert. Nichtdestotrotz lernen wir sie bald auch als attraktives Ausflugsziel kennen: Man kommt recht gut hin, meistens sind sie ganz nett und nach 20 Minuten hat man alles gesehen und trotzdem das Gefühl man hat kulturell etwas erledigt.

Wir wandern durch die dichten Wälder, die ideal für Zeltwandern wären, gäbe es in der feuchten, warmen Luft nicht überall eine Heerschar an Moskitos und kommen vorbei and schönen naturbelassenen Wasserfällen und Flüssen. Wie schon in Georgien entdeckt man überall Tiere, so auch zwei Wiesel, die zusammen auf uns zu gehoppelt kommen, jedoch schnell von unserem zeitweise adoptierten Straßenhund leider direkt in die Bäume verscheucht werden.

Wir beginnen uns wohl zu fühlen in Armenien, auch weil die Menschen wieder deutlich herzlicher sind und, wahrscheinlich auch aufgrund geringerem Tourismus, wir viel häufiger ins Gespräch mit ihnen kommen. So landen wir auch zufällig auf einer Geburtstagsparty und werden mit Snacks verköstigt. Wir lernen, dass in Armenien häufig Deutsch als Fremdsprache in der Schule geleert wird und so können wir uns auch recht gut mit einer der Gastgeberinnen unterhalten.

Nach ein paar Tagen Wandern und Klöster fahren wir weiter in Richtung Jerewan. Wir sind schon gespannt auf die Hauptstadt Armeniens, dessen Status als Entwicklungsland, man auch nach Eingewöhnung noch an allen Ecken und Ende sehen kann…

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