Wir fahren weiter am roten Meer entlang nach Jeddah. Alles ist zugepflastert mit Moscheen, die mal mehr mal weniger prunkvoll den Gläubigen Gelegenheit bieten ihre Gebetspflichten zu erfüllen. Auch für weitere Bedürfnisse wie Waschen und Toilette ist dabei in Form einer öffentlichen Toilette in der Regel gesorgt. Das ist auch praktisch für uns, da wir öfter mal Wasser auffüllen und Abwasser entleeren können.
An den öffentlichen Stränden gibt es sogar richtige Duschen, was ich dankend annehme, da so richtig viel Wasserdruck halt schon mal was Feines ist. Julie kommt leider nicht in den Genuss – Frauen dürfen an öffentlichen Stränden, selbst in Klamotten, nicht baden. An Duschen im Bikini ist da nicht zu denken. Ziemlich unfair, auch wenn man die Familien am Strand beobachtet: Die Männer haben Spaß an der Erfrischung im Meer, die Frauen stehen bei 35° in langen schwarzen Gewändern allerhöchstens knietief im Wasser.
In Jeddah schauen wir uns die Altstadt an. Wir sehen, wie sich das Muster aus Al Ula fortsetzt. Eigentlich sind die meisten alten Gebäude ziemlich runtergekommen und scheinen auch ziemlich verlassen. Vor kurzem ist man aber wohl drauf gekommen, dass das Erdöl nicht ewig reicht und man für die Zukunft weitere Einnahmequellen braucht, wie zum Beispiel Tourismus. Also wird im Zuge der Vision 2030 alles wieder (niedlich) hergerichtet. Trotzdem ist es für uns interessant zu sehen, wie die alten Häuser aussahen. Leider gibts recht wenig Infos, so dass wir selten so genau wissen, was wir eigentlich grade betrachten.
In Jeddah verbringen wir auch leider mal wieder recht viel Zeit in Malls, um einige Bersorgungen zu erledigen. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt und mehr und irgendwie sieht auch alles aus, wie es in ner Mall halt so aussieht. Nur das ohne Übertreibung 99% der Frauen bis unter die Augen verschleiert sind. Dem sonstigen Ambiente tut das aber gar nicht so viel Abbruch. Junge Mädchen laufen kichernd durch den H&M oder holen sich Milkshakes bei Mc Donald’s. Wir beobachten sie auch im Geschäft wo sie sich im Kreis stehend beraten, welche der schwarzen Abayas ihnen am besten steht. Während sie wohlgemerkt eine für uns identisch aussehende bereits anhaben. Dasselbe gilt aber auch für die Männer die zum Großteil lange weiße Gewänder und ein weiß-rotes Tuch auf dem Kopf tragen. Wir beobachten sie, wie sie im weißen Gewand in die Wäscherei gehen und dort ihr frisch gewaschenes anderes weißes Gewand abholen. In der Wäscherei an der Wand hängen natürlich auch lauter identische weiße Gewänder. Irgendwie aber auch praktisch, weil man muss sich an der Gaderobe nicht so viel überlegen.
Es gibt aber auch viele Kleidergeschäfte wie in Europa, mit lockeren Sommerkleidern und tiefem Ausschnitt oder kurzen Jeans. Wir fragen uns, zu welchem Zweck Frauen so etwas anziehen können und kommen zu der Vermutung, dass man sowas halt wahrscheinlich zu Hause oder zu Familienfeiern trägt. In die Öffentlichkeit können sie damit wohl kaum. Unpraktisch für uns: Die Kleidergeschäfte haben eigentlich nie eine Umkleidekabine. Ist das auch schon Haram?
Im Supermarkt sehen wir dann auch noch einige interessante Exportschlager aus Deutschland, mal mehr, mal weniger in Originalform.
Der Honig kostet umgerechnet über 90€!. Brezeln in karamelisiertem Popcorn? Das würde sich Werther’s doch zu Hause nicht trauen!

































Der “Abayakauf” gefällt mir …, Die denken sich wohl das gleiche über unsre Mädels, wenn diese Jeans vergleichen… Wenn die Frauen in der Sommerhitze wenigstens in weiss gehen dürften ….!!! Sind die Abayas aus Kunststoff oder Baumwolle?
Ja die Roben für die Männer sind weiß. Über den Grund haben wir auch gerätselt. Viele der Roben und Tücher sind leider 100% Polyester. Evtl finden sie das aber auch praktisch. Die Händler haben zumindest nicht ganz verstanden warum wir das nicht haben wollten.