Wir fahren bei dickstem Nebel mal wieder über eine Bergstraße mit 18 % Steigung durch die Berge der Asir-Region. Es ist Regenzeit und das merken wir an den sehr heftigen Regenfällen und den teilweise überfluteten Straßen. Daran halten wir, wie die meisten Autos vor uns bis sich einer mal traut durch zu fahren und es sich zeigt, das das Wasser noch nicht zu hoch ist. Das Kamel, der uns von der Ladefläche des Jeeps vor uns anblickt denkt sich wahrscheinlich auch: Wenigstens seit ihr im Trockenen.

Wir sind auf dem Weg in das alte Dorf Al Khalef, das uns von der offiziellen Touristenseite von Saudi Arabien als Besichtigungsziel empfohlen wurde. Es kommen uns jedoch Zweifel auf, ob der Tourismus dort schon so richtig angekommen ist. Wir bekommen am Checkpoint direkt wieder eine Eskorte, dieses Mal sogar mit Ansage also quasi offiziell. Die Polizisten, die sich abwechselnd als “Police” oder “Tourist Guide” bezeichnen sind wie immer sehr nett, bringen uns sogar in ein tolles arabisches Restaurant.

Im Dorf angekommen sieht alles sehr interessant aus, aber auch sehr verfallen. Unsere Eskorte gibt uns sogar so etwas wie eine Tour, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass er uns halt erzählt, was man so in der Gegend über das Dorf weiss. Will er nett sein oder versucht er nur seine “Tarnung” aufrecht zu erhalten? Wir wissen es nicht, aber sind dankbar für die Infos, die ja sonst noch spärlicher sind. Ich hab etwas Mitleid mit ihm, dass er bei dem Sauwetter, das für einen Saudi wahrscheinlich noch schlimmer ist mit uns hier raus muss. Andererseits haben wir ja aber auch niemand drum gebeten. Das Dorf ist jedenfalls interessant und schön bunt. Nach der Tour werden wir noch von weiteren “Tourist Guides” hinaus aus der Region begleitet und machen uns auf zu einer mehrtägigen Fahrt in Richtung Oman.

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