In Dschaizan hasten wir kurz vor Mittagsgebet zwischen Malls und Sportgeschäften umher, um noch irgendwie Schnorchelausrüstung zu besorgen, die wir für die Besichtigung unseres nächsten Zieles, den Farasan Inseln, brauchen werden. Die Inselgruppe liegt an der Grenze zu Jemen im roten Meer und ist bekannt für die zahlreichen Meerestiere, die sich im Meer um sie tummeln. Wir ergattern glücklicherweise ein paar Schnorchel und Brillen bevor wir mit unserem Bus auf die (kostenlose!) Autofähre fahren. Wieder einmal hat es sich ausgezahlt im Geschäft nach einem “Discount ?” zu fragen, um ohne größeres Feilschen ein paar Rial zu sparen.

Wir verbringen insgesamt 5 Tage auf den Inseln und haben durch die starken Winde und Strömungen leider kaum Sicht im Wasser. Außerdem ist die Insel fast schon zu untouristisch. Außer ein Bootstour gibt es keines der Erlebnisangebote, mit denen man sonst so genervt wird und selbst die Bootsfahrer können uns keine guten Schnorchelgebiete nennen. Eventuell liegt dies aber auch daran, dass die Saudis selbst daran keine großes Interesse haben. Was die zahlreichen saudischen Touristen, die mit uns auf der Fähre waren auf den Inseln machen erfahren wir nicht. An den Stränden und auch sonst in der Natur sind wir meistens allein und treffen höchstens ein paar “Insulaner”.

Trotz allem ist die Inselgruppe faszinierend und ein paar Blicke auf die wilden Tiere erhaschen wir dann doch. So sehen wir Farasan – Gazellen davon springen und Meeresschildkröten, die sich im Wasser treiben lassen. Beim Schnorcheln im flachen Wasser sehen wir kleine bis mehrere Meter große Rochen umherschwimmen. Auf einer Bootstour sehen wir Bäume, die von Salzwasser leben und auch die Felsstruktur ist faszinierend. Sie besteht nämlich größtenteils aus alten Korallen und baut sich teilweise meterhoch auf. Es gibt sogar Pisten zwischendurch und wir fühlen uns ein bisschen als würden wir auf dem Meeresboden umherfahren.

Auf den Inseln bekommen wir auch einen Vorgeschmack auf den saudischen Sommer. Die Temperaturen schwanken zwischen 32°C tagsüber und 29°C nachts und sind gepaart mit extremer Luftfeuchtigkeit. Wirklich angenehm ist es eigentlich nur während der Fahrt, wenn die Klimaanlage läuft. Wir merken auch, dass wir bustechnisch noch schlecht vorbereitet sind: Wir wollen nachts die Türen offenlassen, um etwas Luftzug zu generieren, werden aber als Folge von den Moskitos regelrecht aufgefressen. In der Folgenacht probieren wir mal nur die Fenster vorne offen zu lassen, was eine Streunerkatze dazu einlädt hindurchzuklettern und ihr Geschäft auf unseren Sitzen zu verrichten. Die Nächte sind also alles andere als erholsam und so sind wir auch ein bisschen froh, als wir die Fähre zurück aufs Festland nehmen und uns wieder in die kühlen und verregneten Berge aufmachen.

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