Die ersten Tage in Jordanien verbringen wir im recht unspektakulären Aquaba. Wir genießen, dass die Preise wieder etwas humaner geworden sind. Gemüse ist ziemlich billig, ein Falafel Sandwich kostet sogar nur ca. 75ct (das ist ca. 1/10 von dem was sie im benachbarten Israel kosten), Supermärkte sind dagegen eher etwas teurer als bei uns.

Am roten Meer kann man ganz gut Schwimmen und Tauchen und das Internet ist ziemlich schnell, außerdem muss Julie sich noch von ihrer Erkältung erholen und so verbringen wir ein paar ruhige Tage am Strand von Aquaba bevor es weiter nach Wadi Rum geht.

Am Besucherzentrum von Wadi Rum angekommen werden wir schnell von verschiedensten Beduinen belagert, die uns Jeep und Kameltouren andrehen wollen. Wir fahren erstmals ins letzte befestigte Dorf (Wadi Rum Village), um zu schauen wie weit wir ohne fremde Hilfe kommen. Leider wird uns schnell klar, dass ohne 4×4 Offroad Fahrzeug nicht viel zu machen ist und uns bleiben erstmal nur Wanderungen übrig, die wir vom Dorf aus machen können. Dabei sieht man aber schon recht viel von der zerklüfteten und verwaschenen Sandsteinlandschaft.

Im weiteren Tagesverlauf lernen wir noch Lou und Jonas kennen, zwei Deutsche, die wie wir im selbst umgebauten Van unterwegs sind, sogar in einem ziemlich ähnlichen Modell. Es stellt sich heraus, dass sie bereits 5 Monate in Jordanien unterwegs sind und das Spritproblem mit Additiven in den Griff bekommen hatten. Wir können es uns zwar nicht ganz erklären, aber dass ihr Auto das Ganze schon 5 Monate ausgehalten hat gibt uns Hoffnung, dass auch unser Ducato den Sprit ganz gut verträgt. Außerdem erzählen sie uns schwärmend von den Klettermöglichkeiten in Wadi Rum und bringen uns in ein moralisches Dilemma, da wir ja versprochen hatten unser Kletterequipment nicht zu verwenden. Zunächst können wir die Entscheidung aber verschieben, denn es geht erstmal Bouldern und man braucht eh kein Seil.

Am Folgetag bekommen wir weiteren Overlander-Besuch, Niko und Liz mit ihren drei Kindern, die wir während der Verschiffung kennengelernt hatten kommen uns im Wadi Rum Village besuchen. Nachdem wir alle gerne etwas Zeit in der “richtigen” Wüste verbringen würden, kommt die Idee auf, dass wir ja mit unserem Ducato auch in den National Park fahren könnten und falls wir stecken bleiben, können Liz und Niko uns herausziehen. Wir wollten eh alle mal unsere Abschleppausrüstung und Wüstenbleche ausprobieren.

Für uns ist das eine gute Gelegenheit, mal die Grenzen von unserm Fahrzeug auszutesten. Leider sind die schneller erreicht als gedacht. Nach nur 10 min Fahrt haben wir uns das erste Mal eingegraben. Wir bekommen reichlich Tipps von vorbeifahrenden Beduinen und lassen noch mehr Luft aus den Reifen. Außerdem zeigt sich, dass vor allem eins hilft: Mehr Gas. Also eine höhere Geschwindigkeit halten um über die sandigen Stellen zu kommen. Damit klappt das Fahren dann deutlich besser. Leider gibt es auch felschottrige Stellen über die man eher langsam fahren sollte und manchmal sind die Fahrgräben so tief, dass wir leicht aufsetzen. Insgesamt also eine ziemliche Tortur für LIAA und wir müssen fast 10 mal rausgezogen werden und nach der Fahrt erstmal unsere Inneneinrichtung wieder zusammen sammeln. Letztendlich schaffen wir es aber eine nette Stelle in der Wüste zu finden, an der wir unser Camp aufschlagen können. Wie es der Zufall will, ist das auch nicht weit von einem Sportklettergebiet entfernt.

Insgesamt bleiben wir so fast eine Woche in Wadi Rum und genießen die Stille und Landschaft. Im Anschluß geht es für uns weiter Richtung Petra.

Brumm, brumm im Wadi Rum

4 Replies to “2023-02-10 Aqaba – Wadi Rum”

  1. ich bin ganz begeistert von diesen Wüstenlandschaften mit den unterschiedlichen Farbspielen, ein neues Reiseziel tut sich auf.

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