Am 23. Januar erreichen wir Jerusalem am frühen Abend. Mehr notgedrungen kämpfen wir uns noch durch den dichten und stressigen Verkehr, denn: Wir haben einiges an Campingschuld angehäuft, Der Abwasserbehälter ist voll, Frischwasser gibt es nur noch wenig und die Abwasch ist voll mit benutztem Geschirr, das wir aufgrund des vollen Abwasserbehälters nicht abwaschen können. Wir hatten zwar den Tag noch zum Duschen genutzt brauchten jedoch nach 3 Wochen dringenst mal wieder einen Waschsalon. Die gab es jedoch leider nur nahe dem Stadtzentrum von Jerusalem. Die Parkplatzsituation war also auch entsprechend schlecht. Vor allem für uns, da wir mit deutschem Kennzeichen die israelische Parking-App nicht verwenden können und somit noch nicht einmal für die Parkplätze zahlen könnten selbst wenn wir wollten. Nach etwas suchen finden wir schließlich doch noch etwas Platz, wo wir unsern Bus abstellen können, wobei uns nicht klar ist, ob wir nicht zu sehr an der Kreuzung stehen oder ob Parken dort überhaupt erlaubt ist. Aus Sorge abgeschleppt zu werden und mit frischgewaschener Wäsche in den Händen ohne Auto in Jersualem zu stehen bleibe ich am Auto und Julie geht zum Waschsalon. Natürlich war die Besorgnis völlig übertrieben und niemand kommt und kontrolliert die parkenden Autos. Mir fällt jedoch auf, das mehrere Israelis unser Nummernschild kritisch beäugen. Wir vermuten im Nachgang, dass sie nicht besonders viele ausländische Kennzeichen sehen oder womöglich unseres mit einem palästinänsischen verwechseln. Die sind nämlich auch weiss statt gelb und dürfen (wahrscheinlich) in den meisten Teilen Israels gar nicht fahren. Der Gedanke macht uns auch nicht unbedingt ein besseres Gefühl. Wie dem auch sei, nach einiger Zeit kommt Julie zurück mit der Wäsche. Natürlich hatte der Trockner nicht gut funktioniert und alles ist noch nass. Wir spannen also im Bus die Wäscheleine auf und machen es dadurch noch ein Stück gemütlicher -.-. Glücklicherweise, finden wir noch einen Gratisstellplatz für die Nacht nahe der Altstadt und verbringen dort eine ruhige 1. Nacht.

Am nächsten Morgen schauen wir uns Jerusalem an. Die Altstadt zu sehen ist ein besonderes Erlebnis. Man kann sich vorstellen wie seit 1000en von Jahren Menschen durch die engen Gassen zwischen den Verkaufständen umherzogen – auch wenn die Esel von einst mittlerweile durch kleine Traktoren ersetzt wurden. Auch konnte man früher wohl noch keinen Schokoweihnachtsmann dort kaufen.

Gleichzeitig fühlt man die Bedeutsamkeit des Ortes für drei Weltreligionen. An der einen Wand verneigen sich die Gläubigen tranceartig von links nach rechts, zwei Gassen weiter stehen sie singend auf dem Kreuzweg oder reiben ihre Taschentücher hektisch auf einem am Boden liegenden Stein. In die Moschee bekommen wir leider keinen Einblick, da uns Soldaten und Passanten mit einem “Muslims only” zurückweisen. Das Militär ist sowieso überall präsent und patroulliert durch die Gassen. Für uns ein ungewohnter Anblick, auch weil die Soldaten meist sehr jung und oft weiblich sind (In Israel gibts es 2 Jahre Wehrpflicht für alle) und die Maschingewehre nicht so recht zu ihnen passen wollen. Dass Jerusalem genügend Potential für Spannungen bietet zeigt aber auch eine beinah Schlägerei zwischen augenscheinlich jüdischen und muslimischen Jugendlichen, die wir später noch beobachten und zu der Soldaten hektisch herbeieilen.

Wir verlassen Jersualem am Abend und können dabei auch unser Trink- und Abwasserproblem noch lösen. So geht es weiter Richtung Jericho und totes Meer.

4 Replies to “2023-01-24 Jerusalem”

  1. Oh mein Gott, wie ich euch beneide!!!
    Israel,….. vor allem Jerusalem,….. ist einfach ein Traum!
    Wüsche euch einen ganz tollen Aufenthalt mit vielen interessanten Eindrücken und schönen Erlebnissen!
    Bestimmt habt ihr es dort schon schön warm, während es bei uns eiskalt ist.
    Seit froh, nicht im frostigen Lindau zu sein.
    Viel Spaß:)

    1. Danke dir ja wir können nicht klagen und haben zu unserem Glück einen trockenen Winter erwischt! Liebe Grüße aus Jordanien

  2. Hallo meine lieben beim vorigen Kommentator kann ich nur Recht geben wünsche euch weiterhin recht viel Spaß es ist schön die Bilder mal wiederzusehen von Jerusalem wir waren auch da aber so schöne Bilder haben wir nicht ganz liebe Grüße aus Esslingen

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *